

Rechtlich gesehen waren die Häuser jedoch nie Privatbesitz. Sie wurden auf öffentlichem Meeresgrund errichtet, mit Genehmigungen zum Wohnen, die vom Staat erteilt wurden. Die letzte Verlängerung der Genehmigung erfolgte 1988 mit dem klaren Hinweis, dass sie nicht verlängerbar sei. Als die Genehmigung 2018 ablief, verweigerte die spanische Regierung die Verlängerung. Sie beriefen sich auf Erosionsstudien, die zeigten, dass die Häuser den Sand- und Wasserfluss blockierten, was die Erosion und den Rückgang des Strandes beschleunigte. Experten behaupteten, dass die Häuser selbst den Strand noch schneller verschwinden ließen. Gerichte bestätigten die Entscheidung, die Genehmigung nicht zu verlängern, und der Abriss wurde zur einzigen vorgestellten Option. Für die Bewohner fühlte sich die Räumung wie ein Verrat an, da sie fast ein Jahrhundert lang Steuern gezahlt und sich um ihre Häuser gekümmert hatten. Sie hatten eine Nachbarschaft erhalten, die der Staat einst ermutigt hatte, zu existieren.
Die Bewohner argumentieren auch, dass andere Maßnahmen zur Reduzierung der Stranderosion hätten ergriffen werden können. Sie verweisen auf den Wellenbrecher, der in den 1990er Jahren am Nautikclub von Guardamar gebaut wurde, der laut unabhängigen Studien Strömungen umleitete und die Erosion der Küste beschleunigte. Sie sagen, dass die Regierung Buhnen oder andere Schutzbauten hätte platzieren können, aber stattdessen die billigste Option wählte: die Häuser abzureißen und die Dünen wiederherzustellen. Für viele priorisiert diese Lösung die Kosten vor dem Erbe und ignoriert alternative Methoden, die bereits erfolgreich in anderen spanischen Küstenstädten angewendet wurden.

Was die Entscheidung für die Bewohner noch bitterer macht, ist die Wahrnehmung ungleicher Behandlung. Sie sagen, dass wenn die Regierung Sozialwohnungen für illegale Einwanderer schaffen kann, dann sollten sie zumindest einen minimalen Umsiedlungsplan für ihre eigenen Bürger und gefährdete Gruppen finden können. Familien, die Grundsteuer, Müllgebühren, Einkommensteuer gezahlt und jahrzehntelang zur Gemeinschaft beigetragen haben, fühlen sich verraten. Sie bestehen darauf, dass, wenn ihre Zugeständnisse abgelaufen sind, dann zumindest ein faires System von Entschädigung oder Umsiedlung existieren sollte. Das Valencianische Küstengesetz versprach solche Umsiedlungsrechte, aber Valencia hat noch nicht die Erlaubnis von Madrid erhalten, dies zur Realität werden zu lassen.
Dieser Konflikt wirft viele Fragen auf. Warum ist der Staat bereit, eine einzigartige historische Siedlung zu zerstören, anstatt in Schutzmaßnahmen zu investieren? Warum sollten Familien, die Regeln befolgt und Steuern gezahlt haben, alles verlieren, während anderen Gruppen staatliche Unterstützung angeboten wird? Warum wartet Valencia immer noch auf die gleichen Küstenbefugnisse, die bereits an Galicien, das Baskenland, Andalusien und die Balearen übertragen wurden?


Die Bewohnervereinigung von Guardamar kämpft weiter. Sie haben die Anerkennung der Häuser als Zentrum von ethnologischem Wert beantragt, ihre Fassaden mit gebrochenen Herzen verziert und Kampagnen wie den Marsch des Sandes gestartet. Jüngere Nachbarn posten täglich Updates in sozialen Medien, um das nationale Bewusstsein zu schärfen. Ihre Botschaft ist einfach: Diese Häuser sind keine Luxusvillen oder spekulative Projekte. Sie sind Teil der Geschichte der Stadt, in der Familien seit fast einem Jahrhundert gemeinsam gelebt haben.
Die Zeit drängt, und die Häuser der Bewohner stehen vor der Wahrscheinlichkeit des Abrisses. Dennoch hat ihr Kampf eine nationale Debatte eröffnet. Er zwingt Spanien dazu, zu überlegen, wie es Umweltschutz mit Erbe in Einklang bringt und wie es seine eigenen Bürger behandelt.























