
Ausländische Hypotheken sind jetzt ein entscheidender Bestandteil des Immobilienmarktes in Spanien. Obwohl sie nur etwa 3,5 Prozent der gesamten Hypothekenaktivität im ganzen Land ausmachen, ist der Einfluss in Küstenregionen wie der Valencianischen Gemeinschaft, Andalusien und Katalonien weitaus sichtbarer. Deutsche bevorzugen Gebiete wie die Balearen, Costa Blanca Nord und ausgewählte Innenstädte, die Ruhe und einen höheren Lebensstandard bieten. Britische Käufer bleiben stark an der Costa del Sol und der Costa Blanca Süd, wo etablierte Gemeinschaften und englischsprachige Dienstleistungen gut entwickelt sind.
Es ist erwähnenswert, dass die Einkommensniveaus der ausländischen Hypothekenbewerber die spanischen Durchschnittswerte bei weitem übertreffen. Der typische Haushalt von Nicht-Residenten zeigt ein monatliches Einkommen von etwa €6.550 im Vergleich zu €3.380 für spanische Käufer. Schweizer und amerikanische Käufer führen die Liste mit durchschnittlichen monatlichen Einkommen von über €9.000 an. Diese Nationalitäten treiben oft Transaktionen mit hohem Wert an, wobei Kreditbeträge von über €200.000 überschritten werden. Im Gegensatz dazu geben Deutsche Haushaltseinkommen von etwa €5.700 an, bieten jedoch größere Anzahlungen im Voraus, um ihre Schuldenlast zu begrenzen.

Eine weitere Veränderung, die sich auf dem spanischen Immobilienmarkt abzeichnet, ist die Dominanz von Festzinskrediten bei Ausländern. Festzinsen machen mittlerweile fast 85 Prozent aller Hypotheken für Nichtansässige aus. Für deutsche, schweizerische, britische und amerikanische Käufer sind Festzinskredite wichtig, da sie das Risiko von Zinsschwankungen und Währungsschwankungen reduzieren. Diese Vorliebe für vorhersehbare Zahlungen entspricht der risikoaversen Strategie, die oft bei europäischen Käufern zu beobachten ist, die Gelder in den spanischen Immobiliensektor verlagern.
Eine Frage, die viele Menschen stellen, ist, ob die ausländische Nachfrage Druck auf die lokalen Immobilienpreise ausüben kann. Die kurze Antwort lautet ja, und das Problem verschärft sich, wenn die spanische Regierung es versäumt, Steuereinnahmen aus Immobiliengeschäften in den sozialen Wohnungsbau für die Einheimischen zu reinvestieren, während sie es großen Unternehmen (sowohl ausländischen als auch inländischen) ermöglicht, von niedrigeren Steuern zu profitieren, die weitere Immobilienspekulationen fördern. Es gibt große Besorgnis um junge spanische Familien und Erstkäufer, die in diesen wettbewerbsintensiven und oft unfairen Märkten kämpfen.
Neue Steuervorschläge der spanischen Regierung könnten in naher Zukunft die Entscheidungen ausländischer Investoren beeinflussen. Pläne zur Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Touristenvermietungen und zur Einführung zusätzlicher Steuern auf Leerstände zielen theoretisch darauf ab, kurzfristige Vermietungen und spekulative Käufe (von Privatpersonen) zu entmutigen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Maßnahmen die Nachfrage dämpfen oder sie lediglich auf langfristige Belegungsmodelle verlagern werden. Diese Maßnahmen könnten sogar spekulative Käufe erhöhen. Die Bedingungen könnten großen Immobilieninvestitionsunternehmen zugutekommen, deren Geschäftsmodell darin besteht, mehrere Einheiten zu erwerben und sie als ‚Hotelapartments‘ zu betreiben, und somit neuen staatlichen Vorschriften zu umgehen.
Fragen zum Hypothekenzulassungsprozess tauchen auch häufig auf. Nicht ansässige Hypotheken in Spanien haben in der Regel strengere Bedingungen als die für Einheimische. Banken verlangen höhere Anzahlungen, oft etwa 30 bis 40 Prozent, mit umfangreichen Einkommensnachweisen und übersetzten Finanzberichten. Antragsteller aus dem Vereinigten Königreich, den USA und der Schweiz sehen sich auch mit Post-Brexit- oder Nicht-EU-Papieranforderungen konfrontiert. Trotz dieser Hürden bleiben die Genehmigungsraten für gut vorbereitete Käufer hoch, die die Einkommens- und Dokumentationsstandards der Banken erfüllen.
Für die Zukunft scheint die deutsche Führung auf dem ausländischen Hypothekenmarkt in Spanien bis 2025 und 2026 wahrscheinlich fortzudauern. Stabile Einkommen, konservative Kreditbeträge und eine klare Vorliebe für hochwertige Küstenimmobilien halten Deutschlands Position stark. In der Zwischenzeit bleiben britische, schweizerische und amerikanische Käufer wichtige Akteure in der ausländischen Nachfrage. Für Agenten, Investoren und Politiker gleichermaßen ist es wichtig, diesen aktuellen Trendwechsel zu verstehen, damit Sie eine bessere Vorstellung davon haben, was die spanische Immobilienmarkt erwartet.
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