
Aber die Auswirkungen gehen weit über politische Symbolik hinaus.
Wenn der Vorschlag das Parlament passiert, werden Grundstückseigentümer erhebliche Verwaltungs- und finanzielle Belastungen tragen müssen. Selbst nicht ansässige Eigentümer werden verpflichtet sein:
– Sich für die Mehrwertsteuer (VAT) bei der spanischen Steuerbehörde (Hacienda) zu registrieren,
– 21% Mehrwertsteuer von allen Gästen zu erheben,
– Vierteljährliche Mehrwertsteuererklärungen einzureichen,
– Möglicherweise als Selbstständige (autónomo) oder als Geschäftseinheit registriert zu sein,
– Eine ordnungsgemäße Buchführung und Belege für alle Einnahmen und abzugsfähigen Ausgaben aufrechtzuerhalten.
Für Kleinvermieter, die nur wenige Wochen im Jahr vermieten, könnten diese Anforderungen so komplex sein, dass sie den Ferienvermietungsmarkt ganz verlassen.
Es gibt auch weitreichende Konsequenzen für Ferienvermietungsplattformen. Airbnb und Booking.com könnten verpflichtet sein, die Einhaltung der Mehrwertsteuerregistrierung durchzusetzen, Gebührenstrukturen zu aktualisieren oder sogar Angebote von nicht konformen Gastgebern einzuschränken. In einigen Fällen könnte von den Plattformen verlangt werden, die Mehrwertsteuer zum Zeitpunkt der Buchung einzubehalten, was die Haftung vom Eigentümer auf die Plattform verlagern würde.
Würde dies teurere Urlaube für Touristen in Spanien bedeuten?
Vermieter müssen ihre Preise anpassen, um Margen zu halten, und daher würden die Übernachtungspreise stark steigen. Dies ist besonders in beliebten Küstenregionen wie der Costa Blanca, der Costa del Sol und den Balearen der Fall, wo die Nachfrage bereits hoch ist. In Kombination mit den aktuellen regionalen Touristensteuern könnten Besucher 25–30% mehr für ihre Urlaubsunterkunft zahlen.

Triumphiert die Hotelindustrie erneut? Vorwürfe über den Einfluss des Hotellobbys tauchen auf
Die Entscheidung, eine 21%ige Mehrwertsteuer auf Touristenvermietungen zu erheben, sowie die neuen Gesetze für Ferienvermietungen haben bei denen, die vermuten, dass mächtige Hotellobbygruppen Einfluss darauf haben, wie die Politik in Spanien geformt wird, für Aufsehen gesorgt. Brancheninsider und unabhängige Vermieterverbände verweisen auf eine starke Übereinstimmung zwischen der Wohnungsagenda der PSOE und den kommerziellen Interessen der großen Hotelgruppen Spaniens.
Große Hotelketten, die jahrelang mit Wettbewerb von Plattformen wie Airbnb konfrontiert waren, haben schon lange für strengere Vorschriften für Kurzzeitvermietungen lobbyiert. Mit dieser vorgeschlagenen Steuererhöhung sind diese Hotels nun bereit, ihre Preiskonkurrenzfähigkeit wiederzuerlangen, insbesondere in städtischen Zentren und beliebten Küstenzielen.
Kritiker argumentieren, dass es hier nicht um Fairness oder die Lösung der Wohnungsnot geht – es geht um die Beseitigung von Wettbewerb. Wenn man die finanzielle und bürokratische Belastung für Kleinvermieter erhöht, während man gleichzeitig große Hotels mit niedrigerer Mehrwertsteuer und institutioneller Unterstützung abschirmt, begünstigt die spanische Regierung (ob absichtlich oder unbeabsichtigt) große Konzerne gegenüber individuellem Unternehmertum.
Javier Peñate, Rechtsberater einer Ferienhausbesitzer-Vereinigung auf den Kanarischen Inseln, sagt „Das einzige Ziel ist es, diesen Aktivitäten ein Ende zu setzen und den Tourismus in die Hände der Hoteliers zu legen.„
Juan Cubo, Präsident der Andalusischen Touristenwohnungsvereinigung (AVVA-Pro), kommentiert „Ein Bekenntnis zum nachhaltigen Tourismus muss Bedingungen beinhalten, die diejenigen nicht benachteiligen, die sich an die Vorschriften halten und zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung unserer Gemeinschaft beitragen.„
Während das Ministerium für Wohnen betont, dass es bei dem Schritt um Steuergerechtigkeit und Erschwinglichkeit geht, betrachten viele im Vermietungssektor dies als gezielten Schlag, der denen zugutekommt, die bereits die Tourismusbranche dominieren. Es gibt Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation und der Aushöhlung der Eigentumsrechte kleiner Eigentümer.
Mit zunehmender Intensität der Debatte fragen sich viele jetzt: Wer hat wirklich etwas von dieser vorgeschlagenen 21%igen Mehrwertsteuer? Und welche Stimmen prägen tatsächlich hinter verschlossenen Türen die Wohnungsrechtsgesetze Spaniens?
Das Gesetz ist immer noch ein vorgeschlagenes Maßnahme und noch nicht genehmigt, obwohl die PSOE beabsichtigt, es bis Mitte Juni 2025 durchzusetzen. Bis es verabschiedet ist, besteht keine rechtliche Verpflichtung, die 21%ige Mehrwertsteuer anzuwenden, aber Eigentümer sollten sich jetzt darauf vorbereiten, indem sie sich mit Steuerberatern beraten und Updates von Hacienda und ihren regionalen Regierungen verfolgen.
Klar ist, dass dieser Vorschlag eine weitere Eskalation in der Regulierung des kurzfristigen Mietmarktes in Spanien darstellt.






















